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    Der letzte Gang

    Die letzten 8 Monate arbeitete ich mal weniger und besonders in den letzten 2 Monaten mal MEHR an meiner Magisterarbeit. Gestern war es nun soweit und ich habe die Arbeit endlich abgegeben.

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    Die letzten 2 Wochen habe ich mit extrem wenig Schlaf und viel schreiben verbracht. Rausgekommen sind nun 113 Seiten, voll mit Fakten, Forschung und wissenschaftlichem Gedöns. Doch die letzten 24 Stunden hatten es noch mal in sich:

    Nachdem ich in der Nacht um etwa 03:00 endlich die Zusammenfassung und damit meine Arbeit fertig geschrieben hatte, musste ich ja „nur“ noch mal zum Korrigieren drüber lesen. Kein Problem, hatte ja schließlich noch 9 Stunden bis zur Abgabe Zeit. Ich hatte mich entschieden, meine Arbeit in LaTeX zu schreiben. Zum einen, weil ein ordentlich gesetzter Text einfach schöner aussieht und zum anderen, weil mir Word schon so kurz vor Schluss noch Probleme mit der Formatierung gemacht hat. Da stimmte plötzlich die Kaptitelnummerierung nicht mehr, oder die Seitenzahlen waren nicht korrekt, oder eingefügte Bilder verhauten mein Layout. Und dass obwohl ich immer sauber mit Formatvorlagen gearbeitet habe.

    Daher habe ich mich entschlossen, dieses Mal alles schon vorn herein gscheit zu machen und die Arbeit mit LaTeX zu setzen. Und schau her, alle Kapitel sind korrekt nummeriert, die Bilder machen auch kein typografisches Gulasch aus dem Text und das Schriftbild sieht einfach besser und aufgeräumter aus. Ich kann jedem nur empfehlen die Abschlussarbeit mit LaTeX zu verfassen. Ich habe MikTeX mit TeXniCcenter  und SumatraPDF verwendet und konnte schön zwischen LaTeX Editor und PDF Ausgabe hin und her springen. Diese Buch kann ich als Einführung empfehlen http://amzn.to/c3KJwt

    Leider hat das Arbeiten mit LaTeX halt den Nachteil, dass es keine so schöne Rechtschreib- und Grammatikkorrektur wie Word hat. Außerdem werden falsch geschriebene Wörter wie „teh“ nicht automatisch in „the“ umgewandelt. Ich verbrachte also gut die nächsten 7 Stunden damit mein Dokument noch mal durchzulesen und Fehler wie Buchstabendreher o.ä. auszubessern. So gegen 10:00 wurde ich dann doch etwas nervös und begann immer schneller zu lesen. Zum Schluss sogar fuhr ich sogar mit meinem Zeigefinger die Zeilen auf dem Bildschirm nach, um mich besser konzentrieren zu können. Nicht so lustig, dass ich so fertig, überarbeitet und müde war, dass es mir so vorkam, dass ich schneller las, als mein Hirn den Text verarbeiten konnte.

    So gegen 10:30 hatte ich dann alles noch mal gelesen und hoffentlich alle Fehler gefunden. Ich musste auch noch 15 Seiten Text wegkürzen, da die Vorgabe 80-100 Seiten sind und ich keine 125 Seiten abgeben wollte. Kann schließlich schon mal eine 0,3 Abwertung zur Folge haben. Nun musste das Dokument nur noch 3-mal gedruckt und gebunden werden und zu jeder Ausgabe noch eine CD gebrannt werden. Also noch schnell testen eine Test CD gebrannt um zu sehen, ob das Windows 7 wirklich ohne Brennsoftware kann… Klappt!

    Also dann um 10:45 meine Sachen gepackt, um mit dem Auto zur Uni Copy-Shop zu hetzen und am besten noch vor 12:00 beim Prüfungsamt abgeben… Sollte zu schaffen sein. Also rein ins Auto und los. Doch gleich in der ersten Straße blockiert ein Gabelstapler den ganzen Verkehr von beiden Seiten. Na toll!! Zum Glück konnte ich mitten auf der Straße wenden und nahm nen anderen Weg.

    Nach 5 Minuten dann an der Uni angekommen und rein in die Tiefgarage. Die zeigte mal wieder besetzt an, doch wann stimmt das schon mal… leider genau dann, wenn ich es gar nicht brauchen kann. Ich drehte also meine Runden im Betonbunker und es wollte einfach niemand um kurz nach 11 wegfahren, damit ich mir den Parkplatz schnappen konnte. Zefix! Irgendwann hab ich dann zum Glück eine Lücke gefunden. Nix wie rein und hochsprinten zum Copy-Shop. Die Frau dort meinte dann auf Nachfragen, dass es sein kann, dass jede Seite, also auch die Text-only in Farbe gedruckt werden könnten, wenn das Dokument falsch abgespeichert wurde. Hmm… das könnte bei 145 Seiten (inkl. Anhang, Bibliographie, Inhaltsverzeichnis, …) in dreifacher Ausführung schon etwas teurer werden. Aber ich hatte keine Wahl. In der Hoffnung, dass LaTeX das schon richtig gemacht hat, hab ich das erste Exemplar gedruckt. Scheinbar hatte so ein Hirni vorher „4 Seiten pro Blatt“ eingestellt. Nach 10 gedruckten Seiten ist mit das dann aufgefallen, also schnell abbrechen und neuen Druckauftrag erstellen. Trotzdem sind erst mal gute 30 Seiten umsonst gedruckt worden. Nachdem dann endlich korrekt gedruckt wurde hab ich meinen Laptop ausgepackt, um die restlichen 2 CDs zu brennen. Natürlich musste von der Mitarbeiterin Papier nachgefüllt werden, da nur noch etwa 40 Blatt im Drucker waren.

    Da mir das ganze dann etwas zu langsam ging hab ich an einem zweiten Drucker ein anderes Exemplar parallel ausgedruckt… Leider war dieser Drucker etwas langsamer, sollte aber fertig sein, wenn ich am anderen Drucker die beiden Exemplare gedruckt habe. Das erste war fertig und ich konnte an dem Drucker das zweite in Auftrag geben. In der Zwischenzeit brannte ich dann auch die letzte CD Beigabe. Das erste Exemplar gab ich in der Zwischenzeit schon mal an die Mitarbeiterin zum Binden. Wieder zurück am schnellen Drucker war auch schon das nächste Exemplar fertig. Leider waren die 145 Seiten alle weiß!! Nix drauf! WTF?!? Dass ich den USB Stick an einem anderen Drucker angeschlossen hab, muss scheinbar der erste Drucker nicht gepackt haben und hat deshalb einfach weiß gedruckt. Also schnell wieder USB Stick gewechselt und neuer Versuch. Klappte dann auch… Pfuh. Nach 5 Minuten waren die letzten Druckaufträge fertig und die CDs gebrannt. Also dann los zum Binden mit den 2 Exemplaren. Zum Glück ging das dann schön zügig, was ich vom Bezahlvorgang nicht behaupten kann. Um etwa 11:40 wollte ich dann zahlen und zum Prüfungsamt. Doch die Dame im Copy-Shop musste meine 3 Aufträge und die 3 Bindungen noch berechnen… mit dem Taschenrechner!! ARGH!! Das hat das mindestens 7 Minuten gedauert hat, bis sie mir den Betrag nach 3-mal prüfen endlich gesagt hat: 95,11 Euro!!! Teurer Spaß :/ Aber zumindest wurden scheinbar s/w und Farbseiten getrennt gerechnet, sonst wären es über 120 Euro geworden. Ich habe aber den Verdacht, dass mit die 145 weißen Seiten auch berechnet wurden. Schweine!!

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    Also dann mit den 3 Büchern ab zum Prüfungsamt in PT. Hab schon damit gerechnet, dass sie um 10 vor 12 keine Nummer mehr rausrücken und ich mich einfach jemand dreist vordrängen musste. Zum Glück lag ich falsch und ich konnte eine Nummer ziehen: 948. Blick auf die Anzeige: Noch 4 Leute vor mir, und noch 10 Minuten Zeit. Das sollte passen!

    Hab mich auf ne Bank gesetzt und noch 3 CD Hüllen aus Papier gebastelt, da ich kein Plastikcase in die Arbeit kleben wollte. Um Punk 12:00 wurde dann meine Nummer gerufen. Zeit für meinen „Letzten Gang“. Rein zu den „netten“ Damen und mitgeteilt, dass ich meine Magisterarbeit abgeben möchte. Wie immer wurde ich mit Schweigen kommentiert. Also die 3 Exemplare auf den Tresen gelegt und gleich noch meine Anmeldeunterlagen für die mündliche Prüfung rausgekramt. Wortlos verschwindet die Dame im Nebenzimmer… doch dann:

    Dame: „Warten Sie schon lange?“

    Ich: „Ja, gute 10 Minuten, wieso?“

    Dame: „Sie wissen schon, dass wir um 12 schließen…?? Und sie wollen sich jetzt auch noch für die mündliche Prüfung anmelden?“

    Ich: „…“

    Dame: „Ja wir haben ja eigentlich schon zu. Können Sie nicht morgen wieder kommen?“

    Ich: „Nein, wieso? Ich hab doch alles dabei! Und außerdem bin ich unter der Woche nicht in Regensburg und bin jetzt extra her gefahren.“ (Der letzte Satz war gelogen. Ich lass mich doch nicht wieder wegschicken, nur damit die Damen pünktlich ihre Mittagspause machen können. Zum Glück konnte ich mich zurück halten und hab nicht, gesagt, was ich eigentlich gedacht habe. Würde ich das jetzt hier schreiben, dann wären die viele !!! und alles in Großbuchstaben)

    Ich leg der Dame also wortlos mein Anmeldeformular hin sie nimmt es sich wortlos. Man muss quasi nur gleiches mit gleichem vergelten und schon klappt es auch mit dem Prüfungssekretariat. So hatte ich den Willen der Dame gebrochen und obwohl ich nur die Originale der Zeugnisse hatte erlaubte sie mir noch schnell Kopien zu machen.

     

    Um 12:03 war ich wieder draußen aus dem Sekretariat und nicht nur um 3 schwere Exemplare meiner Arbeit erleichtert :)


    Click here to download:
    MOV00468.3GP (400 KB)

    Tags » dan
    • 16 November 2010
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    Comments 3 Comments

    Nov 17, 2010
    schubi said...
    Ahhh Glückwunsch.... Ja bei sowas muss es IMMER Stress geben, einfach geht sowas nie... Stellst die Arbeit auch auf den Publikationsserver?
    Nov 28, 2010
    Master of Science said...
    pff M.A. das hat doch nichts mit Informationswissenschaft zu tun.
    M.Sc. ist das einzig wahre!
    "Art is for female" (and gay)
    Nov 28, 2010
    Dan said...
    Danke für den Kommentar!
    Zeugt von deiner Reife, mein lieber M.Sc.

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